Portrait: «Fairer Fisch heisst, dass der Fisch anständig gefangen und der Fischer anständig bezahlt wurde»

Ein Portrait des ehemaligen Co-Präsidenten des Vereins Fair Fish, Billo Heinzpeter Studer

Das Label Fair Fish gab es lange nur im Kopf von Studer und nicht im Ladenregal oder in der Fischvitrine. Denn er kämpft für mehr als Pflästerlipolitik für ein gutes Gewissen beim trendigen Fischessen: Es geht ihm um die Erhaltung der Fischbestände, das Wohl der Fische und deren Fischer. Am Freitag gibt es immer Fisch heisst der Bullshit und Ärzte empfehlen eher noch mehr. Soviel Fisch, wie oft empfohlen, gibt es gar nicht. Die meisten Fische sind bereits gefressen oder gegessen. Als Futterfische für Fischzuchten oder von unserem blödsinnigen Omega 3 Hunger als Feigenblatt gegen ungesundes Leben. Studer stand früher bereits beim Label KAG für Landtiere ein, 15 Jahre kämpfte er für die Fische. Und er weiss es, einmal Fisch im Monat muss reichen.

Studer ist mir immer wieder bei freakigen Anlässen über den Weg gelaufen: So zum Beispiel beim Kampf der südfranzösischen Bauern gegen die Streckenlegung des TGV über ihr enteinetes Land oder Anlässen der Komune Longo Mai oder Anlässen der Bio Suisse. Als Journalist wurde er Lobbyist für den Tierschutz zuerst 1985 bei KAG-Freiland und danach bis heute für Fair Fish. Für seine Lobby Arbeit behält er sich auch kernige Aussagen vor, welche das PR-Gesülze der Lebensmittelindustrie gerne etwas auf den Kopf stellt. Und so setzte er sich auch immer wieder Hals über Kopf für benachteiligte Gruppen, wie beispielsweise die Pirogenfischer im Senegal ein. Und das hat ihm dann fast den finanziellen Kragen gekostet. Die Migros ist aus dem schönen Konzept mit den fairen Fischen aus sengaleser Netzfischerei mit dem Fair Fish Label für die Region Zürich im letzten Moment, vor dem Markteintritt ausgestiegen. Sie haben den Unternehmer Studer verseckelt, er hat als guter Mensch Geld verloren. Das Projekt war für die PR-Abteilung eines Grossverteilers schliesslich eine Nummer zu klein, da wäre nichts zu verdienen gewesen. Denn Studer meinte es ernst: Es hat nur so viel nachhaltig bewirtschafteten Fisch wie es hat.

Dümmer gehts nümmer

Was geblieben ist, sind die gescheiten Fair Fisch Doku-Hefte von Heinzpeter Studer, da steht nämlich drin, was Sache ist. Zum Beispiel: «Fischerei-Industrie sowie Herz- und Kindermediziner in Nordamerika und Europa werben teilweise aggresiv für weit höheren Fisch(öl)konsum.» Das ist gut für den Fischverkauf à la Migros, aber schlecht für die Nachhaltigkeit der Fischbewirtschaftung. Das steht im Fish-Facts Nr. 5, zu beziehen bei Fair Fish .

Heute müssen sich Senegals Fischer gegen die Plünderung ihrer Gewässer durch fremde Fangschiffe der ganz grossen Sorte wehren, welche das dortige Biotop fzur Zeit leerfischen. Schade konnte dort kein nachhaltigeres Konzept realisiert werden.

Höhre auch den Podcast „Der Fisch – die arme Sau?!“

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