Portrait: Anthony Bourdain, Küchenchef les halles New York und Schriftsteller und Fernsehkoch und, und, und…

Mitte der Neunziger hatten alle die Nouvelle Cuisine endlich verdaut und die jungen Wilden machten sich ans Werk: Kritische Distanz, ihre Portion gelernt und Rock n’Roll mässig die Promis aus dem Lokal geschmissen, traten sie an, meist mit französisschen Vorfahren, zum Beispiel Anthony Bourdain in New York oder Marco Pierre White in London, die Gauthiers der Küche. Sie kannten nicht nur die Cuisine, sondern wussten auch wie man mit Messern, Drogen und Frauengeschichten beeindruckt. Anthony war und ist auch ein begnadeter Schreiberling: erst verfasste er Kochbücher, dann erzählte er uns was in der Zimmerstunde alles passieren kann und dann wurde er zum jetenden Fernsehkoch, welcher das beeindruckende Buch «Ein Küchenchef reist um die Welt» schrieb. Anthony ist ein genauer Beobachter unseres globalisierten Zeitgeschehens. Wunderbar beschreibt er die Mythen und Schwächen der internationalen Küchen, er kommt von A wie Agneau de Sisteron über J wie japanische Messer bis Z wie unfrischer Zander voll draus. Er spricht das aus, was uns in den internationalen Küchen und der Gastronomie immer wieder stört und er zündelt auch immer wieder mit seinem persönlichen Stardasein. Endlich verstehen wir, warum die vietnamesische und die deutsche Küche so gut ist und warum die meisten Fernsehköche eitle Arschlöcher sind. Bourdin hat 950’000 Facebook Freunde, er hat das Showgeschäft im Griff.

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