Reportage: «On est heureux……..nationale 7»

Diese Worte wurden 1955 erstmals vom Narbonner Sänger Charles Trenet gesungen und immer wieder abgewandelt interpretiert bis zu The Honeymoon Killers 1982 und später auch Sanseverino, das Thema des Chansons oder später Songs war die Route nationale 7.

Diese Strasse, eine französische Nationalstrasse, verband seit den Fünfzigerjahren die Porte d’Italie in Paris mit Ventimiglia an der Riviera in bella Italia. Numéro Sept, das war die «route des vacances», ganz Nordeuropa und Paris benützten diese Route, um an die Badestrände der Côte d’Azur oder der Riviera zu fahren. Auch wer an die Strände Spaniens, der Costa Brava etwa, reisen wollte, benutzte diese Strasse bis auf die Höhe Pont St. Esprit, wo die Route d’Espagen über Nimes, Montpellier und eben Narbonne, Trenets Geburtsstadt, nach Figueras und Girona abzweigte.

La Nationale 7 des années 60:

Bis zum Bau der Autoroute du Soleil, war diese Strasse für alle der Weg an die Sonne und bekam Kultstatus bis in die Hippiezeit. Nach der Eröffnung der Autoroute du Soleil, welche 1974 fertiggestellt wurde, kam dann der Dämpfer, die Strasse schien einzuschlafen, in den Verkaufgeschäften in Montélimar sank der Nougat Ausstoss um 70%……und die Villages versanken in Bedeutungslosigkeit, die Tankstellen und Garagen mussten schliessen, die Hotels und Boulangeries darbten, in Mondragon wurden keine Körbe mehr hergestellt und verkauft, von den zahlreichen Restaurants kennt man heute gerade noch die Maison Troisgros in Roanne, welche dank den Gebrüdern zu einer der wichtigsten Sterne Küchen aufstieg. Als zweites Highlight und preislich günstiger kann das Pic (Nationale)7 von Anne-Sophie Pic in Valence empfohlen werden. Der Rest der Verpflegungsstätten ist mehr oder weniger Geschichte.

Heute Ausweichroute und Kultstätte

Bald schlug der Nostalgie Effekt umso stärker ein. Einige ehemalige Tankstellen, Hotels, Restaurants und der Stau in den Dörfern sind wieder erwacht. Wie die Route 66 in den USA hat sich die Nationale 7 zu einer Kultstätte entwickelt. Es wurden zum Thema Bandes Déssinées, Kochbücher und Bildbände herausgegeben.

In verschiedenen Gemeinden finden heute jährlich im Sommer der Autostau, wie etwa in Lapalisse oder Tourves, statt: Die Nostalgiker und Oldtimerfahrer huldigen der vergangenen Zeit und spielen die sommerliche Tortur der Autoschlangen durch die Dörfer nach. Damals war die Strasse im Sommer dermassen überlastet, dass es bis zu 3 Stunden dauerte, um Lapalisse zu durchfahren……kurven sägende Lastwagen, kochende Motoren, Sturheit und falsch parkierte Wagen, Wohnwagen mit Plattfüssen trugen das Ihre dazu bei. Heute kochen die Motoren nicht mehr, die Flics sind aber in den originalen Klamotten der Zeit vor Ort.

Embouteillage N7 2:

Ein Museum und das Fernfahrer Mekka Le Far West existieren noch!

In Piolenc, etwas nördlich von Orange, ist heute ein kleines Musée Mémoire de la Nationale 7 täglich geöffnet (http://www.memoirenationale7.fr). Realer geht es noch nördlicher bei Donzère zu und her. Dort, kurz vor der Kreuzung nach Italien oder Spanien, standen bereits in den Fünfzigerjahren Hotels und Restaurants für die Fernfahrer zur Verfügung. Dieser Ort wurde zu jener Zeit wegen seiner Ähnlichkeit mit Texas oder ähnlichen Vorstellungen als «Le Far West» bezeichnet und er hat bis heute überlebt (siehe obenstehendes Portrait). Die Fernfahrerromantik ist hier noch intakt. Jeder Fernfahrer, ob holländischer, italienischer, schweizer oder spanischer Herkunft kennt den Ort, wo man 24 Stunden essen und übernachten und auf der Route Nationale 7 ohne Mautgebühren etwa achzig Kilometer in jede Richtung gratis fahren kann.

Der Fernfahrerfilm, eine Hymne an die N 7:

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